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Wieviel kostet ein Logo?

Zuletzt aktualisiert am 15.04.2008 Pixelution , , , 6.784 Aufrufe 1 Kommentar

An sich eine einfache Frage, jedoch viel diskutiert und mit sehr kontroversen Antworten. Aus aktuellem Anlass und da ich selber die Erstellung von Logos in meinem Leistungsportfolio habe, möchte ich diese Frage mal etwas näher beleuchten.
Prinzipiell gilt: Es ist ein freier Markt und dort findet man sowohl den Nachbarsjungen, der sich mit Windows Paint oder ähnlichen Tools als “Grafik Designer” versucht, als auch etablierte Agenturen mit mehrjähriger Erfahrung. Schon klar, dass daher die Preise für Logo Design schnell mal zwischen 100 Euro und mehreren Tausend Euro liegen können. Im Endeffekt sollte der Preis immer in Relation zur Qualität der Arbeit, der Qualifikation des Designers und dem tatsächlich erbrachten Arbeitsaufwand stehen. Dabei ist nicht gesagt, dass eine Agentur mit 10 Mitarbeitern automatisch eine höhere Qualität liefert als die klassische One-Man-Show.

Hier eine kleine Checklist:

  • Gibt es zu Beginn ein ausführliches Briefing, in dem Erwartungen, Ziele, Geschäftsfelder usw. besprochen werden?
  • Gibt es schon Vorlagen oder Skizzen vom Kunden oder wird etwas komplett Neues kreiert?
  • Wieviele Entwürfe und Designiterationen werden angefertigt?
  • In welchen Dateiformaten wird das Logo übergeben?
  • Welche Nutzungsrechte werden eingeräumt?
  • Welche Qualifikationen bzw. Referenzen hat der Designer?

Diese Punkte haben einen wesentlichen Einfluss auf die Preisgestaltung und die Qualität des Logos. Daher sollte man anfangs erst mal gründlich das Anforderungsprofil erarbeiten.

Über Geld spricht man nicht – oder doch?

Es gibt eine Fülle von Honorarrichtlinien im Web – der Bund Deutscher Grafik-Designer (BDG) bietet sogar einen Honorarrechner als Widget an. Als Ausgangspunkt für alle Honorarempfehlungen dient ein ermittelter Stundensatz von 76 Euro.

Die Sache mit den Nutzungsrechten

Ein Designer, Fotograf oder Texter verrichtet eine Dienstleistung und verrechnet seinen Arbeitsaufwand entweder pauschal oder mit einem bestimmten Stundensatz an den Kunden. Der Kunde erhält jedoch im Regelfall mehr als eine “einmalige Arbeit” – er hat beispielsweise ein Logo, ein Foto oder einen Text bekommen und kann dieses Material auf verschiedenste Art und Weise nutzen. Diese Nutzungsmöglichkeiten stellen für sich wieder einen eigenständigen Vermögenswert dar und der Kunde kauft dem Designer, Fotografen oder Texter bestimmte Nutzungsrechte ab. Zum Beispiel das Recht, ein Foto einmalig in einem Magazin zu verwenden. Sollte das Foto dann später auch mal im Web veröffentlicht werden, kann der Fotograf für diese Nutzung eine zusätzliche Vergütung verlangen.
In der Praxis wird das Honorar für die angefallene Arbeitszeit oft mit einem Nutzungsfaktor (z.B. 1,7) multipliziert und dieser Betrag kommt dann bei der Abrechnung dazu. Für diesen Nutzungsfaktor gibt es auch wieder Richtlinien und er ist von Nutzungsart, Nutzungsgebiet, Nutzungsdauer und Nutzungsumfang abhängig.

Wow … ganz schön teuer!

In vielen Fällen bieten Kreativdienstleister aber kleinen Firmen oder Existenzgründern günstigere Konditionen als Pauschale an – zum Beispiel Logo, Visitenkarte und Briefpapier (Nutzungsrecht einfach, regional, zeitlich unbegrenzt) für 2.000 Euro.

Ich glaube, dass es speziell im Bereich Logo Design immer schwieriger wird adäquate Preise zu verlangen, schon allein weil durch die Globalisierung die Konkurrenz immer weiter wächst und die Kunden oft nicht mal die Qualität eines Logos beurteilen können. Da kann es schon mal vorkommen, dass denen ein 08/15-Logo eines Designstudenten aus Fernost besser gefällt als die Entwürfe eines Profis.

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1 Kommentar Eigenen Kommentar schreiben

  • Chio 24.11.2013 um 10:01 Uhr Antworten

    Ja, die Preise für Logos…
    Immer wieder bekommen wir Anfragen in der Art: “Bin Hundefriseur – was kostet das?”
    Keine Ahnung, ob die Leute dann zum Billigstbieter gehen, oder ob sie nur eine Zahl brauchen, um das Budget für den “Nachbarsjungen” festzulegen.
    Wir haken da nicht nach.

    Logos sind eine undankbare Sache. Die Kunden hängen oft emotional sehr fest dran; tun so, als ob der geschäftliche Erfolg allein vom Logo abhängt. Dementsprechend wird manchmal herumgezupft dran und oft genug verschlimmbessert.

    Es ist uns lieber, ein Kunde kommt schon mit einem Logo daher und wir machen die Website und die Drucksachen, als wir verplempern die Energie für einen Pappenstiel.

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