WebMarketing: Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung

21.10.2006 3.566 Aufrufe Web & Co Jetzt kommentieren?

Einteilung der Ranking-Kriterien

Im Zusammenhang mit Suchmaschinenoptimierung gibt es eine wichtige Unterscheidung in sogenannte On the Page und Off the Page Ranking-Kriterien. Die On the Page Kriterien werden ausschließlich durch den Seitenaufbau bestimmt (z.B. durch den Header der Seite, Verlinkung, Überschriften usw.). Off the Page wird im Gegensatz dazu rein durch die Linkstruktur (sowohl seiteninterne als auch externe Links) bestimmt und ist somit nicht direkt beeinflussbar. Der wohl bekannteste Vertreter für diese Ranking-Kategorie ist das PageRank-System von Google.

Keyword Recherche

Das Ermitteln relevanter und passender Keywords ist wohl die wichtigste Tätigkeit einer jeden Suchmaschinenoptimierung. Man sollte sich vorerst selbst die Frage stellen,

was würde ich bei einer Suchmaschine eingeben, wenn ich nach meinen Produkten bzw. meinen angebotenen Leistungen suchen würde?

Ergänzt man diese durch „Brainstorming“ ermittelten Schlüsselwörter mit denen, die man beispielsweise durch Auswertung von Google AdWords erhalten hat, ist das schon mal ein guter Ausgangspunkt für die nachfolgende Optimierung.

Im nächsten Schritt sollte man diese ermittelten Schlüsselwörter bei den wichtigsten Suchmaschinen eingeben und die Ergebnislisten begutachten. Bieten die am besten gereihten Sites ähnliche Produkte und Dienstleistungen, dann hat man wohl ein lukratives Gebiet gefunden und kann beginnen seine eigenen Seiten dahingehend zu optimieren.

Gewiss kann man sich von den bestgereihten Einträgen bereits einiges abschauen. Besonderes Augenmerk sollte man hierbei auf den <title>-Tag, Meta-Angaben, Überschriften (<h1><h6>), Hervorhebungen (<b>, <i>, <strong>, <em>) und Linktext legen.

Suchmaschinenfreundliches Design

Nachdem man sich eine Liste mit Keywords zurecht gelegt hat, muss man diese Schlüsselwörter nun den einzelnen Seiten des Webauftritts passend zuordnen. Als Faustregel sollte man jeder Seite nicht mehr als drei wichtige Suchbegriffe zuweisen und sie in weiterer Folge für diese Keywords optimieren. Will man bei einem Internetauftritt beispielsweise 30 Keywords unterbringen, dann sollte dieser schon mindestens zehn verschiedene Seiten aufweisen.

Im nächsten Schritt bestimmt man für jede Seite das wichtigste Keyword und bildet daraus den Dateinamen. Am besten erstellt man eine Auflistung aller Dateinamen mit den zugeordneten Schlüsselwörtern, da diese Information später bei der Verlinkung eine wichtige Rolle spielt.

Optimierung des sichtbaren Textes

Bei vielen Suchmaschinen wird den als Überschriften gekennzeichneten Textpassagen (HTML-Tag <h1><h6>) eine besondere Bedeutung zugesprochen, da diese den Text gliedern und den Inhalt kurz und prägnant benennen. Aus diesem Grund sollten möglichst viele Keywords innerhalb dieser Tags, besonders zwischen <h1></h1> und <h2></h2>, platziert werden. Weiters sollte man versuchen, die wichtigsten Schlüsselwörter möglichst „weit oben“ im Quelltext zu positionieren – am besten gleich nach dem <body>-Tag, da dieser Bereich von Suchmaschinen als besonders wichtig eingestuft wird. Ebenso wird auch dem letzten Absatz einer Seite eine höhere Bedeutung zugesprochen – es macht also durchaus Sinn, am Ende jeder Seite nochmal die wichtigsten Keywords zu wiederholen. Generell bevorzugen Suchmaschinen Seiten mit viel (sichtbarem) Text, daher sollten die einzelnen Seiten mindestens 250 Wörter aufweisen.

Keyword-Dichte

Darunter versteht man nichts anderes als die Häufigkeit eines Schlüsselwortes bezogen auf die Wortanzahl der gesamten Seite. Wichtige Keywords sollten eine Dichte von in etwa 5% bis 10% 3% bis 5% aufweisen. In diesem Zusammenhang sollte man anmerken, dass sich auch der Linktext (z.B. <a href="page.html">Linktext</a>) auf die Keyword-Dichte auswirkt. Es gibt auch noch viele andere Methoden um die Keyword-Dichte zu erhöhen, die ich nachfolgend vorstellen möchte.

Optimierung des Headers

Unter „Header“ versteht man jenen Bereich, der im HTML-Quellcode zwischen den <head></head>-Tags positioniert ist. Das Grundgerüst eines „suchmaschinenfreundlichen“ Headers sollte folgenden Aufbau aufweisen:

<head>
<title>Max. 3 Keyword-Phrasen; max. 70 Zeichen</title>
<meta name="description" content="Beschreibung; max. 255 Z." />
<meta name="keywords" content="Schlüsselworte; max. 1000 Z." />
<meta name="robots" content="index, follow" />
</head>

Man sollte beherzigen, dass die description nicht nur eine Wiederholung der Schlüsselwörter, sondern eine Beschreibung des wirklichen Seiteninhalts sein sollte, da sie von einigen Suchmaschinen verwendet wird um einen Eintrag zu bilden. Weiters möchte ich anmerken, dass sich der Stellenwert der <meta>-Angaben hinsichtlich der Relevanzbeurteilung von Webseiten stark vermindert hat – Google beispielsweise ignoriert die keywords-Angabe völlig! Über die Notwendigkeit der robots-Angabe könnte man auch streiten, aber es schadet sicher nicht, explizit anzugeben, dass alle Links verfolgt werden sollen.

Bei der Optimierung des Seiten-Headers ist sicher am wichtigsten, dass jede Seite einen eigenen, mit Keywords angereicherten <title> erhält. Der Titel der Seite sollte nicht zu lang sein (max. 70 Zeichen), da sonst den einzelnen Wörtern weniger Relevanz beigemessen wird.
Man sollte auch darauf achten, dass die Datei möglichst „schlank“ ist und somit alle Scripts und CSS-Angaben in externe Dateien auslagern:

<link type="text/css" rel="stylesheet" href="styles.css" />
<script type="text/javascript" src="scripts.js"></script>

Anker und Links

Ein Anker wird verwendet um eine bestimmte Stelle innerhalb einer Seite zu referenzieren, auf die dann verlinkt werden kann. Diese „on page links“ sind eine weitere Möglichkeit Schlüsselwörter unterzubringen und somit die Keyword-Dichte zu erhöhen. Bevor man einen Anker setzt, sollte man sich eine passende Anwendung dafür überlegen. Ein „Klassiker“ ist sicherlich der „Top-Link“ am Ende einer Seite. Um den Link zum Seitenanfang für die Suchmaschinenoptimierung zu nutzen, könnte man beispielsweise mit

<a name="seo"></a>

am Anfang der Seite einen Anker setzen und dann am Ende der Seite darauf verweisen:

<a href="#seo">SEO</a>

Durch diese Vorgehensweise hat man einerseits die Keyword-Dichte für das Wort „SEO“ (Search Engine Optimization) erhöht und noch zusätzlich durch die Ausführung als Linktext die Relevanz des Wortes gesteigert. Ein berechtigtes Gegenargument könnte wohl sein, dass man „nachdenken“ muss warum der Link „SEO“ und nicht einfach „top“ heißt und man somit gegen das wichtigste Usability-Gesetz verstößt.

alt-Attribute von Grafiken

Das alt-Attribut beschreibt eine Grafik auf einer Website. Dieser Beschreibungstext wird angezeigt, während sich ein Bild lädt, wenn ein Bild nicht mehr online verfügbar ist und nicht angezeigt werden kann, wenn ein User eine Website mit einem reinen Text-Browser besucht oder wenn man mit der Maus über ein Bild fährt. Die meisten Browser erlauben es auch, das Anzeigen von Bildern auszuschalten, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Sehbehinderten Internetusern wird dieser Text anstelle der Bildinformation vorgelesen oder ausgegeben.

<img src="keywords.jpg" alt="keywords" />

Der Textbereich innerhalb des alt-Attributs wird von Suchmaschinen höher gewertet als Fließtext und eignet sich hervorragend zum Erhöhen der Keyword-Dichte. Daher sollten alle Bilder mit einem passenden, Schlüsselwörter aufweisenden Text versehen werden.

Domain-, Datei- und Verzeichnisnamen/Struktur

Da manche Suchmaschinen auch die Domain auf Schlüsselwörter analysieren, ist es sicher hilfreich, mehrere Domains mit verschiedenen Schreibweisen und Varianten zu besitzen – nicht nur um in Suchmaschinen gefunden zu werden, sondern auch um Schreibfehler von potentiellen Kunden abdecken zu können.
Suchmaschinen bewerten in der Ordnerstruktur „tiefer liegende“ Dateien meist als weniger relevant als hierarchisch höher liegende Seiten. Daher sollte man die Verzeichnisstruktur möglichst flach halten und für wichtige Bereiche der Seite eigene Subleveldomains anlegen. Diese Domains können als eigene Websites bei Suchmaschinen registriert werden und werden von den Crawlern auch als „vollwertige“ Domain behandelt. Das bedeutet, auch wenn die hinter einer Subleveldomain liegende Website in der Ordnerstruktur tiefer liegt, wird sie als oberste Hierarchieebene bewertet und alle darunter liegenden Seiten relativ dazu betrachtet.

Weiters sollte man dynamische Seiten mit Parameterübergaben vermeiden bzw. die Seiten für Suchmaschinen möglichst „statisch“ wirken lassen. Dies lässt sich mit einem sogenannten URL Rewrite realisieren – eine scheinbar statische Seite wird erst beim Aufruf in ihr „dynamisches Äquivalent“ umgewandelt. Dies kann durch entsprechende Modifikationen der .htaccess-Dateien auf Unix-Servern realisiert werden.
Als Beispiel hierzu möchte ich eine bei einer Bildergalerie angewendete Kombination von Subleveldomain und URL Rewrite anführen:
Ein dynamisch erzeugtes Bild mit der URL www.domain.at/gallery/details.php?image_id=100 habe ich in den suchmaschinenfreundlichen Link gallery.domain.at/img100.htm umgewandelt.

PageRank

Wie bereits erwähnt, ist der PageRank ein Off the Page Ranking-Kriterium und stellt Google’s Maß für die Relevanz einer Seite dar. Zur Berechnung des Rankings einer Seite werden sowohl die On the Page Kriterien als auch der PageRank betrachtet. Sind beispielsweise zwei Seiten On the Page nahezu für die gleichen Keywords optimiert, dann entscheidet meist der PageRank welche Seite weiter oben im Suchergebnis aufscheint.

Die „PageRank-Theorie“ geht davon aus, dass wenn eine Seite A auf eine Seite B verlinkt, dann hält Seite A die Seite B für eine wichtige Seite – es ist also eine Art „Stimme“ für Seite B. Der verwendete Linktext spielt für den PageRank keine Rolle. Es fließt jedoch die „Wichtigkeit“ der auf eine Seite verweisenden Links in die Berechnung ein. Hat eine Seite viele „wichtige“ Links, die auf sie verlinken, dann werden auch die ausgehenden Links auf andere Seiten als „wichtiger“ eingestuft.

Obwohl man heutzutage einen Link nicht mehr als „Empfehlung“ für eine Seite werten kann (man denke beispielsweise an „Linkaustausch“), ist der PageRank nachwievor ein wichtiges Ranking-Kriterium, da er viel schwerer beeinflussbar ist als andere Ranking-Faktoren.

Der PageRank wird für jede einzelne Seite einer Website berechnet, sobald diese von Google indiziert wurde (z.B. durch einen Backlink). Den PageRank einer Seite kann man sich mit Hilfe der Google Toolbar anzeigen lassen. Die Skala reicht von 0 bis 10, wobei eine Seite mit PageRank 10 für Google am wichtigsten ist.

Backlinks führen einerseits zu einer höheren Relevanzbeurteilung der verlinkten Seite und sorgen auch noch für einen „Ranking-Boost“ für die im Linktext vorkommenden Keywords.
Linkt beispielsweise eine Seite A mit

<a href="hagenberg.html" title="Hagenberg">Hagenberg</a>

auf Seite B, so erzielt Seite B eine Verbesserung des Rankings für das Keyword „Hagenberg“. Das erklärt auch, warum fast alle Sites bei der Suche nach ihrem Domainnamen auf Platz 1 landen.

Diese „Gesetzmäßigkeit“ gilt natürlich auch für interne Verlinkungen – verwendet man zum Beispiel für den Link zur Startseite nicht „home“, sondern ein Keyword, für das die Startseite optimiert wurde, wäre das aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung sehr empfehlenswert, man landet jedoch wieder bei einem Usability-Problem.

SEO Don’ts

Hier möchte ich noch in kompakter Form ein paar wichtige Punkte anführen, die man im Zusammenhang mit Suchmaschinenoptimierung vermeiden sollte. Da das Bereitstellen einer von Suchmaschinen verfolgbaren Linkstruktur ein besonders wichtiger Punkt ist, sollte man auf folgende Elemente möglichst verzichten:

  • Flash (besonders Flash-Navigationen)
  • JavaScript-Links
  • Frames
  • Image-Maps
  • Drop-Down-Menüs (<option>-Tag)

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August Florian Golser // Tiroler Linzer
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