Semantisches Web: Das Netz denkt

14.03.2009 3.853 Aufrufe Aufgeschnappt Jetzt kommentieren?

Was kommt nach dem Web 2.0?

Der Begründer des World Wide Web, Tim Berners-Lee, war seiner Zeit nicht nur um einen Schritt voraus, er blickte schon viel weiter in die Zukunft. Wenn einmal das komplette Weltwissen in einem Netzwerk verknüpft sein sollte, würde der nächste Evolutionsschritt darin bestehen, den Computern beizubringen, die Bedeutung der einzelnen Informationseinheiten zu verstehen.

Kern der Idee vom semantischem Web ist also die Frage, wie man Inhalte für Computer verständlich machen kann. Der bislang genutzte Weg ist das sogenannte Tagging. Man lädt Inhalte hoch, zum Beispiel ein YouTube-Video oder ein Bild, und versieht die Datei mit beschreibenden Stichwörtern, den Tags (siehe Seitenleiste). Tagging-Technologien sind eine wichtige Entwicklung im Internet, leiden jedoch an ihrer Ineffizienz. Zum einen sind viele Inhalte im Netz nur ungenügend mit Schlagwörtern versehen, zum anderen sind sie wegen der Individualität der Nutzer schlecht vergleichbar. Semantische Technologien könnten eine Lösung dieser Problematik liefern, indem sie Computern ermöglichen, das Tagging von Inhalten automatisch durchzuführen. Die Ursprünge des semantischen Web liegen im Forschungsgebiet der künstlichen Intelligenz.

Vielversprechende Möglichkeiten

Eine mächtige Kombination von Bilderkennung und Semantik bietet beispielsweise Evolution Robotics mit ihrer Pattern-Recognition-Technologie ViPR, die als iPhone-Anwendung aufbereitet wurde. Man braucht bloß das Foto eines Buchs, einer CD oder DVD, auf die man irgendwo gestoßen ist, per E-Mail an den Service zu schicken, und schon bekommt man eine Zusammenfassung des jeweiligen Inhalts zugesandt.

Bald wird es bestimmt auch Dienste geben, die personenbezogene Informationen zurückschicken – die per Mobiltelefon geschossenen Fotos müssten nur mit den Profilen von Online-Kontaktportalen wie MySpace, Xing oder Facebook verglichen werden.
Weiters denkbar: Man sieht auf der Straße einen Passanten mit einem „must have“ Kleidungsstück, fotografiert es mit dem Handy, übermittelt das Foto an einen Internet-Service und bekommt dann einen Link zur Online-Bestellmöglichkeit – der Link führt natürlich gleich zu jenem Anbieter, der das Kleidungsstück derzeit am günstigsten im Angebot hat.

Die fortschreitende Anwendung semantischer Technologien könnte zu einer der entscheidenden Innovationen des Internets der Zukunft werden.

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August Florian Golser // Tiroler Linzer
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