Die Google-Falle

06.04.2008 2.234 Aufrufe Aufgeschnappt 5,00 von 5

In letzter Zeit wurde das vor kurzem erschienene Buch „Die Google-Falle“ (Gerald Reischl, Ueberreuter-Verlag) in mehreren Zeitungen als Buch-Tipp angepriesen. Reischl kritisiert „die unkontrollierte Weltmacht“ und die Geheimniskrämerei der Suchmaschine Google, die mittlerweile (in Österreich) einen Marktanteil von rund 90 Prozent besitzt.

Das Buch ist interessant für jeden, der wissen will, wie Google hinter den bunten Kulissen funktioniert. Es bietet spannende Hintergründe und trägt zur Bewusstseinsbildung bei, wie man im Internet mit Daten umgeht. Eine Pflichtlektüre für Online-Nutzer!

Google – Ein paar Infos

Was viele wahrscheinlich nicht wissen: Google’s Kerngeschäft ist nicht die Suche nach Webseiten – damit alleine oder mit kostenlosen Web-Diensten wie Gmail, Google Maps, Google Book Search, Picasa und vielen weiteren Services lässt sich kein Geld verdienen. Google’s Kernkompetenz ist das Schalten von Anzeigen (Google Adwords) – es ist eine gigantische Werbeagentur, die mehr über jeden von uns weiß als jeder andere Werbetreibende.

Alle Suchanfragen bleiben 18 Monate lang gespeichert – das betrifft auch Orte, die bei Google Maps gesucht, Texte, die im Web-Office geschrieben, oder Termine, die im Kalender eingetragen werden. Die Inhalte von Gmail-Nachrichten werden ebenso analysiert. Alles mit einem Zweck, möglichst punktgenau Werbung zu schalten, die eher geklickt wird, weil sie dann relevanter ist.
Ich hatte auf dieser Seite eine Zeit lang den Dienst Google Adsense im Einsatz. Google „las“ meine Beiträge und versuchte Werbung möglichst passend zum jeweiligen Inhalt auszuliefern. Diese Anzeigen wurden von Google Adwords Kunden erstellt, von Google passend „verteilt“ und mir wurde für jeden Klick auf eine Anzeige ein kleiner Betrag auf mein Konto gutgeschrieben.

Wie gefährlich ist Google?

Paranoia ist nicht nötig – das Hauptproblem besteht darin, dass niemand (außer Google höchstpersönlich) weiß, was mit den gespeicherten Daten geschieht. Diese Geheimniskrämerei hat gewiss einen Grund: Niemand soll dahinter kommen, wie der Algorithmus der Suchmaschine funktioniert. Das ist die eine und auch gute Sache. Lägen PageRank und andere Mechanismen zur Reihung von Websites offen, würden diese von Spammern schamlos ausgenutzt und das Web würde ein einziger Verkaufsplatz von Viagra & Co.

Nicht hinzunehmen ist allerdings die Verschlossenheit, was die teilweise höchstpersönlichen Daten aller Nutzer angeht. Niemand kann sicher sein, dass seine Daten nicht weitergegeben oder gar verkauft werden. Ausgeschlossen ist zudem nicht, ob es Hintertüren gibt, wo Geheimdienste mitlesen können.

Schlusskommentar

Die Thematik ist sicher hochinteressant und jeder Google-Nutzer sollte die „Riesen-Werbeagentur“ auch mal etwas kritisch beleuchten. Ich habe mir soeben die Kritiken des Buches bei Amazon angeschaut – die Meinungen gehen da ziemlich auseinander. „Laien“ loben das Buch, „Profis“ üben scharfe Kritik. Wahrscheinlich werde ich mir das Buch selber zulegen und mal reinschmökern…

Quelle: Tiroler Tageszeitung [04.04.2008].

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August Florian Golser // Tiroler Linzer
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